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Überall Chaos Erden
Andere Texte:

  1. WAS SCHÖNES
  2. RÄDERWERK
  3. LEBEN DEN LEBENDEN
  4. LASS ES ZU
  5. INNEN AN AUSSEN
  6. VIRUS WAHRHEIT
  7. BALLAST ABGEWORFEN
  8. IN DIVI DUELL DIABOLO
  9. KOPFSPIEL
  10. VORBEI GEHEN
  11. DIE ANDERN
  12. UNTERWEGS
  13. SANDBÜRGER
  14. Neu Definieren
  15. Tanz deine Revolution
  16. Wenn wir wieder werden
  17. Meine Engel
  18. Sicher ist Sicher
  19. Die Illusion
  20. Mein Block
  21. Bei den Beiden
  22. Klub Krise
  23. Asche zu Asche
  24. Alles ist verbunden
  25. Her damit
  26. Halb so schlimm
  27. Gross und Leer
  28. Es gibt kein zurück

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WAS SCHÖNES

Bis es klar ist, wo Gefahr ist, wartest du besser vor des Messers Schneide, beide Ohren am Boden, damit die maroden Sprüche keinen Weg finden. In den meissten Fällen fällt nichts ein, wenn man spontan sein soll und keinen Lichtblick sein eigen nennt. Kennt man die Leere, rennt man innerlich durch die Gänge im Hirn und sucht. Weil suchen Gefährlich ist, wenn es entbehrlich ist und man dabei ungelenk, sagt was man denkt. Hörst du mir zu? Du sagst mir: \Tu mir nicht weh, steh auf meiner Seite, sag was Schönes\. \Es ist ein Irrtum\ wenn wir glauben, jeder hat die Schlüssel für die Schrauben der Gedanken, die wir formulieren. Hier entgleist meist manches Gespräch, weil die Redner dann zweigleisig fahrn. Warnend blinkt vor meinem Auge deine Erwartung. Fahrtuntauglich in Bezug auf was Schönes werd ich. Ehrlich sein kann ich aber trotzdem geht das so nicht. Hörst du mir zu? Du sagst mir \Tu mir nicht weh, steh auf meiner Seite, sag was Schönes.\ Doch ein Glück auf Befehl ist Hehlerei und schnell vorbei. Illusion, das ist was Schönes? \Glaubst du das wirklich? Willst du wirklich wissen, was ich glaube ja?\ Glaubst du an Ehrlichkeit und die Gefährlichkeit, wenn man zu ungelenk sagt was man denkt. Nimm deine Hände, klopfe an die Wände deiner brüchigen Behausung. Aus ungeklärten Fragen machst du Tatsachen um in deinem Staat machen zu können, was leicht ist, einfach erreicht ist aber nur der Abgrund, der uns wieder trennt, weil die Fernsehromantik unsere Welt nicht kennt.

(c) Rainer von Vielen, 2004
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RÄDERWERK

Die Strassen liegen brach in einer Nebelmorgenflut und die Lichter gehen langsam aus. Aus Langeweile springt die Frau von Nebenan von einer Brücke, was sie immer gern im Herbst im roten Laub tut. Überhaupt lud das Wetter dazu ein, nicht rauszugehen, bis es heute Morgen wieder schöner wurde. Doch mit den Blicken aus dem Fenster, die Gespenster der Vergangenheit im Kopf, fällt es schwer voran zu gehen. Er steckt im Räderwerk seiner Zeit fest, tickt mit dem Rhythmus, weil er ihn nicht loslässt, hat sich grosses irgendwann mal vorgenommen, doch sind die dunklen Wolken über ihm zuvorgekommen. Die dunklen Wolken kommen näher und werfen ihre Schatten über ihn. Er packt seinen Schirm aus, nebenbei verliert er ein Andenken, an seine Liebe – er wollte ihr sein Herz schenken. Dann senken sich bald seine Augen, denn er kann den Regen nicht sehn, wenn er im Herbst fällt. Ein Fussgänger rempelt ihn um, er weiss nicht wie ihm geschieht, weil er nicht aufsieht. Jetzt loslassen können, kommt es ihm in den Sinn und er stellt sich vor: Wenn ich bin, wer ich bin, kann der Rest mir egal sein, das Leben legal sein, der Wille die Stille durchbrechen. Es auszusprechen fällt ihm schwer, doch je lauter er wird, schwingt er mit, mehr und mehr und er weiss wie es sein soll und weiss auch wofür, er sagt: Ich, Jetzt und Hier. Doch die alten Donner kommen wieder über ihn und er packt seinen Kopf ein – Kapuze überziehn, vergessen was irgendwann mal vorgenommen, doch sind die dunklen Wolken über ihm zuvorgekommen. Er steckt im Räderwerk seiner Zeit fest, tickt mit dem Rhythmus, weil er ihn nicht loslässt, hat sich grosses irgendwann mal vorgenommen, doch sind die dunklen Wolken über ihm zuvorgekommen.

(c) Rainer von Vielen, 2004
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LEBEN DEN LEBENDEN

Gestern war ich unten bei den Toten. Ich hab gehört davon zu reden sei verboten, doch Quoten hin oder her, es ist im Grunde nur fair, davon zu sprechen und die Tiefen auszuloten. Denn jeder den ich kenn wird einmal sterben. Das macht der sexy Arsch und auch der dicke Bauch. Der Paryhengst, die Diva, Herr Minister, der Schauspieler der Gott spielt? – Der auch. Gute Nachrichten über den Tod. Um an ihn ranzukommen brauchst du keine Nummern und Codes, er ist unbestechlich und er gibt nichts auf den Anschein. Konsequenterweise wird jeder einmal dran sein. Gute Nachrichten über das Leben: Du brauchst ein Dach überm Kopf, Klamotten, Nahrung und eben ein wenig Liebe und Menschen um dich herum, die dich verstehen, dann hast du alles was du brauchst und kannst abgehn! Leben den Lebenden, Liebe den Liebenden und ein Yeah! auf die innerlich lebendig gebliebenen auf die Soulrider, die ihre Zeit bewusst leben, jederzeit bereit sind von sich aus alles zu geben. Gestern kam der Tod bei mir vorbei. Er sah sehr freundlich aus, hatte nicht mal ne Sense dabei. Seine Augen haben Zeitalter von Leben gehen sehen, damit sich groovende Seelen in neuen Ebenen drehen. Und er sagte zu mir: \Schreib dieses Lied Rainer, weil auf der Erde viel zu viel aus Angst vor mir geschieht. Keiner will an mich denken bevor ich Moin Zusammen sage und aus Angst vor dem Ende zählt ich nur noch die Tage. Doch die Ignoranz die mir entgegenschlägt führt dazu mich zu verachten, dabei ist es nur mein Job den ich tu. Die Welt ist immer so gewesen und so wird sie auch bleiben, also fangt endlich an, eure Angst zu vertreiben.\ Da hab ich erst einmal geschluckt und gedacht, wenn der extra so ein Aufhebens macht, dann muss wohl was dran sein an seinen Worten, deshalb geb ich sie weiter an euch, anstatt sie zu horten. Leben den Lebende… Denn deine Taten werden zu den Worten der Andern und deine Worte beginnen um die Welt zu wandern. Deine Wanderschaft erschafft neue Wege im Nichts und die Nichtigkeit eröffnet dir die Strahlen des Lichts. Deine Strahlen dringen durch die dicksten Wände und die Linien deiner Hände schreiben wiederum Bände. Deine Finger bändigen die wildesten Dämonen, weil der Teufel im Detail und die Ängste im Kopf wohnen!

(c) Rainer von Vielen, 2004
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LASS ES ZU

Eben noch wach und schon hinübergedämmert, doch irgendwas ist anders heut. Ich seh trübe Gestalten neben mir sitzen und Leute kommen auf mich zu. Sie fragen mich: Hast du sie gesehen? Vorhin war sie hier und hat auf dich gewartet. Ihre Hände hielten kein Bild in der Hand. Trotzdem hätten sie mich darauf erkannt. Und ich weiss, dass ich träume und öffne die Tore, die Schotten zu den tiefsten Wassern. Ich werde überflutet und tauche im Strudel mit dem Strom der mich packt. Ich lass es zu mitzufliessen, lass die dürren Ufer hinter mir. Ich strande an Inseln, eine davon bist du. Ich lass es zu loszulassen, im Fallen breite ich die Arme aus. Ich fliege zu dir, als flöge ich nach Haus. Ein Telefon, dahinter ruht ihre Stimme, ich ergreife den Hörer und ein störender Zweifel packt meinen Arm und hält mich zurück, zum Glück, denn sind die Worte nichts für uns. Doch ich muss die Verbindung mit dir aufnehmen, ich folge den Kabeln durch die Wand. Durch Asphalt und Teer, bis ich dort wo ich bin, zuvor schon einmal stand. Ich lass es zu, zu vermissen, träume deine Augen und deinen Mund. Bin schon ganz pathetisch und denke mir: Na und? Vielleicht um die nächste Ecke, oder an der nächsten Haltestelle, vielleicht erst im nächsten Leben, vielleicht auch schon gestern. Denn ich hoff dich in fremden Augen, wenn mich die Nackenschauer streifen. Du bist das Fragezeichenseepferd. Ich will dich nicht begreifen. Die Suche lässt mich fast verzweifeln. Ich setzt mich und starre vor mich hin. Deine Stimme weht als leiser Wind durch den Baum, wo die Blätter am Flüstern sind. Keine Name und keine Adresse, nur dein Gesicht gemerkt und die Lippen an meinem Ohr. Du sagst, ich muss wirklich blind sein, denn sitz ich direkt davor…

(c) Rainer von Vielen, 2004
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INNEN AN AUSSEN

Die wollen mir erzählen, dass die Kameras mich nur beschützen und dass hinter all den Spiegeln nette Leute sitzen. Die wollen mir erzählen ich muss Angst vor dem Bösen haben, böse, das sind die, die den Guten erst den Titel gaben. Dass jeder Tag ohne ficken sich nicht lohnt und dass man mit Plastikpuppen die Umwelt schont. Sie wollen mir erzählen, dass die Kohle für Erfolg steht, und das ein Politiker aus Liebe unters Volk geht. Dass mit den klugen Bomben Menschen sauber sterben und dass wir von unseren Ahnen nur die Gene erben. Das wollen die mir erzählen, doch da hör ich nicht hin Weil die mir draussen sagen wollen, wie ich innerlich bin.

Innen an Aussen – Innen an Aussen – Bitte kommen. Innen an Aussen – Innen an Aussen- Könnt ihr mich hörn da draussen? Aussen an Innen – Aussen an Innen – Was ist denn los da drinnen? Innen an Aussen – Innen an Aussen – Mir fällt die Decke auf den Kopf.

Asbestböden über Schulkinderköpfen an Staatsfeiertagen in Hundehalsketten mit Kampfgeistkiffern von Rechtsrumregeln zu Mittelmasstiteln für Linksliberale. Wohnzimmer Setzkästen Filmfutter Sitzkissen Reizüberkopfwäsche Hasch mich, Naschtitten. Bald übern Berg Bomben Satellit Zwergsonden Frontsidebusfahrer Vollbremsung… Napalm Beachvolleyball trotz Terrorgeplärre aus Kalkülen Kehlen mit Stocksteifem Status für Politinteressen an Egogedanken im Volksredentaumel die Menschen vergessen. Jastimmenfänger in Jagduniformen am Wildwechsel wummern die Bassboxen Babies. Superstarsilben in Fernsehformanten für Kabelstrickbinder und Poppropaganda. Priesterparolen an Loveparadepuppen auf Phallusfanaten mit Tinitustagen. Twintower Testsieger, Gottväter Mutterkrieger, Welthandelhochzeiten Ölbäderburschenschaft. Sprachbuchbinladen Buschfeuer Werkschaden Heimatliche Herzhelden Bettjourna –biep- Listen. Ansatzweisheiten als Lao Tse rrbilder Tao te King has left the Building. Rückkehr der Rücken Trend der Enttrendung Glück der Entzückten durch Freund der Entfremdung. Ganztagesplanträger Lachnummerlautlisten Zahlungsbelegschaften Vorstandsvorsichten. Himmelhochtraber auf Treibsandbahnen Geschwindigkeitszorn auf Fahrtwindianern. Heuschreckenherrschaft Zeitzonen spätzünder Zimmerlautstärke für Doppelhaus Gründer.

(c) Rainer von Vielen, 2004
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VIRUS WAHRHEIT

Die Häuserdächer scheinen wie von Staub bedeckt zu sein und die Gardinen flackern bläulich im allabendlichen Licht. Die Menschen rollen sich in ihren Bettdecken ein, von dem Virus der grassiert aber ahnen sie noch nichts. Sie betasten ihren Schädel und entdecken einen Knopf. Sie drücken ihn und starten ihren Fernsehkanal. Manche Leute sagen: Das passiert doch nur in deinem Kopf. Doch woher wissen sie das? Die Wahrheit ist ein Virus. Ich nehme mir die allernächste Zeitung zur Hand. In zwanzig Jahren wird man sagen: Mensch wie waren die denn drauf? Doch die Geschichte widerholt sich und ich kaue am Verstand. Manche Leute wachen leider erst beim einschlafen auf. Jeden Morgen wieder booten und dann neu definieren. Die Gardinen flackern unbestimmt in rot und orange. Ich prüfe meine Code um ihn neu zu generieren. Die Mythen der Freiheit fordern Revanche.

(c) Rainer von Vielen, 2004
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BALLAST ABGEWORFEN

Mir ist als hätt ich Ballast abgeworfen und gestern hing ich selbst noch dran. Gestern wann war das? Mir ist als hätt ich Ballast abgeworfen und heute? In der Galerie verborgener Altlasten, im Museum der Gefühle, kühle Innerlichkeiten und äusserer Schein. Masken und das dahinter sein. Lass es Winter sein, ein Winterbild, in dem der kalte Wind die warmen Herzen kühlt und jeder kennt das: Mit einem glasigen Blick sehn sich Leute um und werfen Gedanken zurück. Auf ihre Zukunft, wie sie sein sollte. Und das man dies, genau das unbedingt wollte. Und so hindern sie sich heut daran, die Dinge so zu nehmen wie – sie sind – vor Möglichkeiten blind. In dieser Minute wird klar, dass das Bild nicht mehr zählt, denn bekämpft man nur die Angst, der man sich stellt. Eine Hand fällt auf meine Schulter, ich erschrecke und der Nachtwächter fragt: \Was machst du hier?\ – Mir ist als hätt ich Ballast abgeworfen und gestern hing ich selbst noch dran. Gestern wann war das? Mir ist als hätt ich Ballast abgeworfen und heute? Weiterschleichen, in die nächsten Gänge, um Geschichten zu sehen, die an Wänden hängen. Engen Erfahrungen innerer Beklemmung, unbewusster Natur entgegentreten. Abstand zu sich selbst gewinnen, wenn Minuten beginnen wie Stunden zu verrinnen, doch es bleibt das Wissen, dass es allen so geht. Jeder irgendwann vor seinem Abgrund steht.

(c) Rainer von Vielen, 2004
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IN DIVI DUELL DIABOLO

Wach, Still, Blicke in die Ecke. War da ein Geräusch? Schlage die Decke weg und geh darauf zu. Die Ruhe ist grausam, ich weiss was ich tu: Licht an. Augen aufgemacht. Erst mit dem Licht bin ich ganz aufgewacht. Hand an den müden Kopf gelegt, jetzt wird mir klar, dass sich dort etwas regt. Mit dem Zorn und der Wut und der Hilflosigkeit. Regt sich in mir der Streit, der so weit ich auch blicke Stücke aus mir frisst mit der Tücke des Normalen. Qualen der Seele im strahlenden Gewand, das ich fand das ich kenne. Nenn ich es den Drang, dass ich immer weiter renne, ohne je erfahren zu haben, ich wäre frei. Das was ich hörte war mein eigener Schrei. Ich bin erwacht, weil ich nach mir rief, ich bin erwacht mit dem Teufel, der noch schlief. Ich bin immer noch hier, weil ich mich selbst in Umnachtung und lautlos spür. Aber Schreie die verhallen kehren wieder. Ich schliesse die Tür und setzt mich nieder. Wieder wühlen sich Gefühle zu mir, die mich zerfressen, was ich dann in Form von Einsamkeit spür. Ich schrecke hoch und mein Zorn bahnt sich frei. Das was ich hörte, war mein eigener Schrei. Und es lebt in mir Energie die nun nie wieder untergeht, ich bin aller Anfang, aller Anfang ist schwer doch wer zu spät kommt, den erreicht vielleicht nie allerlei Feeling sensitiv. Ich bin erwacht mit dem Teufel der noch schlief. Ich renne und brenne vor Wut und innerlich bin ich noch nicht klar darin, war ich in meinem Kopf nicht lange, zu lang? Das was ich hörte war mein Schrei in den Fängen der Nacht, ich kann nicht schlafen, denn mein Zorn ist erwacht.

(c) Rainer von Vielen, 2004
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KOPFSPIEL

Ist denn der Stern hinter meiner Stirn, vor meinem Auge nur Hirnmasse, wenn ich den Nachthimmel fasse. Lasse ich den Stern fallen, auf den Boden prallen, ist das echt oder eingebildet nur in meiner Sicht? Nicht wäre ich auf dem Boden einer Tatsache, wäre Sprache Illusion, schon bin ich dort wo ich bleibe und beschreibe dir eine Kopfsimulanz. Ganz im Schatten einer Plattentellerrand grossen Hirnrinde, verschwinde ich, winde mich frei und erlaube mir den Blick auf eine Vielzahl kleiner Rainer, die in mir sind. Stimmen beginnen zu singen und in meinem Ohr schwingt ein kleiner Tinitus. Muss ich ihm glauben, singt meine Welt hochfrequent ganz persönlich einen All-Day-Blues. Gruss noch an den Sandmann, wenn er will, kannerbis Sativa gehn. Und die Welt heldenhaft, doch erschlafft, wegen schlafloser Unzurechnungsfähigkeit sehn. Klopf den Dreck aus dem Ohr und erschrecke nicht, wenn du mehr hörst als zuvor. Schwor ich vor nicht langer Zeit, dass ich mich verstehe, so war das nur der erste Akt. Fakt ist, dass vertrakt ist, was ich an meinem Kopf nunmal nicht kapiere. Glückwünsche an mein Hirn, weil ich mich deswegen wieder mal in Worten verliere…\Gratuliere!\ Ist denn der Schrei den ich lasse nur die krasse Reaktion auf meine Triebe – nicht steuerbar. Und klar ist der Teich in dem ich plansche, doch das Bodenreich ist noch dunkel und trüb. Üb ich zu schwimmen, Gedanken zu trimmen, nehm ich in Kauf und wirbel Staub auf. Kann ich erst mal tauchen, legt sich der Staub und ich wühl in meinem Grund und ich glaub: Nichts was ich sehe, weil teilweise alles nur da ist, dass man denkt, dass man klar ist. Wahr ist, dass es keine Farben gibt, Licht sich in Wellenform durch den Sehnerv schiebt. Trotzdem lieb ich das Farbenmehr, wäre leer ohne es, werde inspiriert, Rainer Fahrungsgemäss passiert so viel um mich her, um so mehr muss ich darauf sehn, das Kleine zu verstehn. Nicht zu vergessen, dass im allgemeinen kein Wort ausreicht um zu sagen, was man denkt. Schenkt man den Worten trotzdem unvoreingenommen seinen Glauben, so ist das gar nicht gut. Ruht man sich auf der Sicherheit der Welt aus, ist man der erste, dem etwas passiert. Darum bleib ich in Bewegung und entdecke immer neues, denn: Wer nicht staunt, der verliert (den Blick auf das Wesentliche).

(c) Rainer von Vielen, 2004
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VORBEI GEHEN

Fenstergucker und Freizeitpetzer, Hinternkriecher und Stylohetzer, Patrioten und Wortverdreher, Besserwisser, Komplettversteher. Schönheitsgeister und Arschgesichter, Supermänner und Werbedichter, Gucciträger und Missionare, Hippieschleimer und geölte Haare: Ihr könnt mir mal vorbei gehen (am Arsch). Kriegsvertreter und Hiphopspacken, Bodybabes, Silikonbacken, Atombejaher und Fatalisten, Medienmacher und Popfaschisten. Kampfhundehalter und Pedanten, Grosskonzerne, Ölgiganten, Egoshooter und Penisneider, Cybersexer und Aufschneider: Ihr könnt mir mal vorbei gehn!

(c) Rainer von Vielen, 2004
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DIE ANDERN

Die Andern – die warn´s. Ich und du und du und ich, kennen keine Grenzen, denn die mag ich nicht ausserdem ertrag ich nicht, wenn Leute meinen, es müsse Definitives definitiv sein. Ich und du – zusammen wir, mögen keine Urteile, denn die stören hier, ausserdem betören sie mit Sicherheit und machen Fundamentales, fundamental breit.

(c) Rainer von Vielen, 2004
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UNTERWEGS

Stromgeneration, digitaler Müll, Highway für Daten, Analoge Götter, Potentiometer für absolute Stille, und trotzdem kratzt man noch die Rille. Jetzt erst mal wieder Kontakt knüpfen mit der Erde und mit ihren fremden Wesen. Denn mein Leben ist Schwingung, die Bedingung dafür ist dass ich Berg und Tal bewusst spür. Ich zieh mir meine Schuhe an, damit ich weiss, dass ich unterwegs bin. Ich zieh mir meine Schuhe aus, damit ich weiss, dass ich unterwegs bin. Dann renn ich los und lass den Fortschritt Schrott sein, meinen Atem und den Puls Gott sein, plötzlich erfasst mich ein Pixelstrahl, virtuelle Freiheit ist surreal. Unterwegs! In der Spielkonsole sitzt der Gegner, legt die Nerven blank und atmet nicht. Spiel am Hebel regt die Sinne und der Sprung zur Seite rettet dich. Stromgeneration, Geschwindigkeit, Losigkeit, bin so weit gefahren dass, ich die Reise mich erst einholen lass, bis ich weiss wo ich bin. Fremde Stimmen, Worte, Welten, Wege, werden zu vertrauten, weit vernetzten Brüdern. Reite auf Gedankenfetzen, denn ich weiss wir sind: Unterwegs! Neue Eindrücke, Ausdrücke sammeln, in Gesichtern nüchtern gammelnde Arroganz wissen, ganz müssen nur deine Brüche bleiben, deine Sprüche schreiben eigene Geschichte. Richte deinen Freunden aus, sie können endlich rauskommen, mitkommen, Shit von den Hirnklappen kratzen. pitoreske, freie Zugvögel abgeben, abheben, Möglichkeiten finden: Unterwegs! Ihr spielt euer Spiel mit, ihr habt noch so viel mit, ihr habt noch so viel mit euch vor… denn ihr seid: Unterwegs!

(c) Rainer von Vielen, 2004
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SANDBÜRGER

Kauf mir ein Bonbon Kauf mir ein Rad,

Kauf mir ein Handy, Kauf den Vertrag,

Kauf mir die Freizeit, Kauf mir die Freunde,

Kauf mir Klamotten, Kauf mir die Bräute.

Kauf mir ein Auto, Kauf mir ein Haus,

Kauf mir die Wahrheit über Franz Josef Strauss,

Kauf mir die Erde und Kauf mir den Mond

–     Kauft euch doch euch selbst, aber lasst mich verschont.

Ihre Wahrheit ist auf Sand gebaut,

Weil jedes Kind ihren Hunger nach Macht durchschaut,

Und wer den Reden dieser elenden Hunde traut,

Der wird sich umsehen, der wird sich umsehen,

Wie die Hyänen werden sie um dich herumgehen,

Dich beschnuppern und dich betasten,

kartographieren einrasten.

Implantieren den Gen Chip unter deine Haut.

Den Gen Chip – Scannen, durchschaut.

Den Gen Chip – Gestern, heute wo?

Den Gen Chip – RFID No!

Ich werde auf den Bauch und mein Herz hören.

Ich werde eine Sprache kreieren.

Und damit ihre Matrix zerstören…

Use the Media, confuse the media.

Nutz die Medien, verschmutz die Medien.

Ihre Wahrheit ist auf Sand gebaut.

Daß man mit knirschenden Zähnen an den Folgen kaut.

Und wer die ganze Zeit nur auf den Fortschritt schaut,

Kann sich nicht umdrehen, kann sich nicht umsehen,

Und vor allem nicht mit seiner Erde umgehen.

Wer nicht für sie ist, ist gegen sie.

Ihr Lachen, ihr Glaube, ihr Furzen ist Strategie.

An die Kriegsherren: Legt eure Knarren beiseite.

An die Poser: sucht in der Kleinheit das Weite.

An die Youngsters: hört auf die alten Stimmen.

An die Alten: seht was die Jungen beginnen.

Denn wir und die Unseren haben uns gefunden,

Du und die Meinen, Ich und die Deinen.

Obwohl ich zwischen tausend Sendern wählen kann,

Seh ich immer nur das selbe Programm.

Es ist mein Ego, das sich durch die Medien formt.

Nimm dich in Acht Baby, der Gedanke ist genormt.

Da muss ein Netzwerk her, ein Wir, ein Wir ein Wir ein

Wir und die Unseren haben uns gefunden,

Du und die Meinen, Ich und die Deinen.

(c) Rainer von Vielen, 2005
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Neu Definieren

Hin oder her – her oder hin.
Wir sind anders als wir waren,
Doch wir stecken immer noch drin.
Her oder hin – hin oder her.
Was leer ist will voll werden
Und was voll ist wird leer.
Ich bin ein kleines bisschen neu.
Du bist das Girl, ich bin der Boy.
Wir sind verändert, bleib uns treu.
Ich bin ein kleines bisschen…
Wir werden Zukunft – neu definieren.
Wir werden Freundschaft – neu definieren.
Eure Clique – neu definieren.
Niko Lai – neu definieren.
Dan le Tard – neu definieren.
Mitsch Oko – neu definieren.
Rainer von Vielen – neu definieren.
Den Kauz – neu definieren.
Ich bin ein kleines bisschen neu.
Du bist das Girl, ich bin der Boy.
Wir sind verändert, bleib uns treu.
Ich bin ein kleines bisschen neu.
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Tanz deine Revolution

Sheila hat ein Faible für das Gute auf Erden,
Obwohl die Leut´ um sie herum ihr grosses Herz oft gefährden.
Ihre Augen sind offen, doch ihreWelt ist gespalten,
Denn ihre Freunde suchen immer nur das Neue im Alten.
Sie hat Herzen gebrochen, weil man das heute so macht,
Hat es ehrlich bereut und langsam hegt sie den Verdacht,
Dass es Zeit wird was in ihrem Leben zu verändern,
Statt mit müden Augen durch die Strassen zu schlendern.

Ich will Sterne tanzen
Und zum Ganzen werden
Weiter immer.

Sheila steht auf Sound und auf gute Musik,
Liebt den Frieden und wie alle Anderen hasst sie den Krieg.
Also fasst sie den Entschluss sich zum Sound zu bewegen,
Und den Starrsinn der Leute mit ihrem Groove zu widerlegen.
Sie geht auf die Strasse um dieWelt zu erobern,
Ihren Frust rauszulassen und durch die Gassen zu toben,
Ihr Palast ist ihr Herz und der Beat ist ihr Thron.
Sheila, tanz deine Revolution!

Ich will Sterne tanzen
Und zum Ganzen werden
Weiter immer.
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Wenn wir wieder werden

Wenn wir wieder werden

Die Zeit ist Dein größter Feind.
Kein Gestern für Heute,
Kein Morgen für Jetzt,
Nur Du und das Rauschen der Brandung.

Du hast es nur gut gemeint.
Kaum daß es Dich freute,
Die Sorgen gewälzt,
wie Teig für das Brot der Routine.

Wie wirst du Dich aus deinen Fesseln befreien?
Wann können wir ganz sein?

Wenn wir wieder werden
Ehrlich und klar.

Du hast genug geweint.
Jetzt lös´ Deine Bänder,
Erlaub´ Dich zu ändern
Und laß´ Dich den Ozean spüren.

Wenn Dir das sinnlos erscheint,
Dann träum´ deine Ängste
Und heg´ deine Sorgen
Mit dem Rücken zum Sonnenaufgang.

Wie wirst Du Dich aus Deiner Nacht befreien?
Wann können wir ganz sein?

Wenn wir wieder werden
Ehrlich und klar.

Wenn ich empfinde bin ich dankbar,
Denn meine Seele ist geklaut.
Meine Gefühle sind aus Plastik.
Und aus Beton ist meine Haut.

Wann können wir ganz sein?

Wenn wir wieder werden
Ehrlich und klar.
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Meine Engel

Meine Engel

Ich zähl´ meine Stunden, wie Propheten Planeten
Und beginne am Morgen schon um mein Seelenheil zu beten.
Meine Selbstachtung hab´ ich in die Mülltonne getreten,
Doch ich will nicht mehr knien vor Königen und Kometen.

Ich werde Tod und Teufel tun,
Mich in ihrem Himmel auszuruhen.
Wenn du mich fragst: Was machst du dann?
Sag ich: Ich fange noch einmal von vorne an.

Denn meine Engel sind jetzt schon hier,
Und diese Freiheit Baby nehm´ ich mir.
Wenn Du nicht weiter weißt, dann schick ich Dir
– Meine Engel.

Ich hab´ Kriege geführt um einen Willen zu erfüllen,
Dessen wahre Gründe sich in heiligen Mänteln verhüllen.
Meine Sorge ist die: Ich werd´ die Prüfung nicht bestehen.
Doch ich will meinen Kopf nicht nach dem Jenseits verdrehen.

Ich werde Tod und Teufel tun,
Mich in ihrem Himmel auszuruhen.
Wenn du mich fragst: Was machst du dann?
Sag ich: Ich fange noch einmal von vorne an.

Denn meine Engel sind jetzt schon hier,
Und diese Freiheit Baby nehm´ ich mir.
Wenn Du nicht weiter weißt, dann schick ich Dir
– Meine Engel.

Sie haben mir Hoffnung gegeben,
Mir ein Licht vorgehalten,
Meine Ängste mit der Sehnsucht
nach Erlösung gleichgeschalten,
Seitdem fliegen meine Träume –
Wie Motten in das Licht.

Doch meine Engel sind jetzt schon hier,
Und diese Freiheit Baby nehm´ ich mir.
Wenn Du nicht weiter weißt, dann schick ich Dir
– Meine Engel.
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Sicher ist Sicher

Sicher ist Sicher

Mit Kameras das Klo bewachen  – Sicher ist Sicher
Wer weiß was dort die Gäste machen  – Sicher ist Sicher
Die Bomben schon im Kopf entschärfen – Sicher ist Sicher
Den Keller voll mit Notkonserven – Sicher ist Sicher

Sicherheitshalber, halb sicher, halb Hype
Bisher waren die Anderen dran,
Nun zu Dir, jetzt mal zu Dir:
Wir nehmen Dich beim Wort.

Jeden der sein Wort nicht hält,
Schicken wir wortlos fort – Sicher ist Sicher

Die Kleinkinder gerade biegen –  Sicher ist Sicher
Die Köpfe mit der Angst versiegeln –  Sicher ist Sicher
Bei Liebe ein Vertrag gemacht – Sicher ist Sicher
Damit sich teilt, was sich verkracht –  Sicher ist Sicher

Sicherheitshalber, halb sicher, halb Hype
Bisher waren die Anderen dran,
Nun zu Dir, nun zu Dir, Jetzt mal zu Dir, nun Du!

Wir nehmen dich beim Wort
Für Wort für Wort für Wort.

Du kommst mit Menschen nicht zurecht? – Ja oder Nein?
Du passt in keinen Verein? – Ja oder Nein?
Schon beim Gedanken an Bindung wird dir schlecht?- Echt?
Lass uns dein Adapter sein.
Zu Milliarden Menschen,
6,75 Milliarden Menschen.

Wir nehmen dich beim Wort
Für Wort für Wort für Wort.

Jeden der sein Wort nicht hält,
Schicken wir wortlos fort – Sicher ist Sicher
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Die Illusion

Die Illusion

Ich stand einmal alleine bei den Andern,
Und konnte ihrer Meinung nicht entfliehen.
Darum war ich von vornherein dagegen.
Egal, ich wollte nicht mit ihnen ziehen.

Ich hab´ versucht sie voll zu überzeugen,
Und aus versehen glaubte ich mir selbst.
Nun steh´ ich da und bin mein eigener Gläubiger,
Und einer, der nichts mehr von sich hält.

Ich schulde mir die Last der letzten Jahre,
Und rechne sie mir Tag für Stunde vor.
Wo bin ich nur in all der Zeit geblieben?
Wann war es nur, daß ich mich selbst verlor?

Mein Innenleben ist ein tiefer Krater.
Am Grunde unten find´ ich mich vielleicht.
Ich steig hinab und mach´ mich auf die Suche,
Und schließlich hab´ ich mein Ziel erreicht.
Da liegt ein Stück von meinem alten Wesen,
Und Schritt für Schritt erkenne ich mich mehr.
Ich klaube mich vom Boden auf und lache,
Sich selbst zu finden war gar nicht so schwer.

Die letzten Jahre werden zur Spirale,
Was nötig war um heute hier zu sein.
Geschichte ist ein Kreis wir sind die Winkel.
Die Illusion war groß.

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Mein Block

Mein Block

Steig ein, ich will Dir was zeigen,
Der Platz an dem sich meine Leute rumtreiben.
Hohe Häuser, dicke Luft, ein paar Bäume,
Menschen auf Drogen – hier platzen Träume.
Wir hier im Viertel kommen klar mit diesem Leben,
Ich hab alle meine Freunde hier aus dieser Gegend.
Hab doch keine Angst vor dem Typ mit dem Schlagring,
Er ist zwar ein bisschen verrückt, doch ich mag ihn.
Ich kann verstehen, daß Du Dich hier nicht so wohl fühlst,
daß Du viel lieber zu Hause im Pool wühlst.
Du sitzt viel lieber am gut gedeckten Tisch.
Dann merkst du schnell: Berlin ist nichts für dich!

Meine Stadt, mein Bezirk, mein Viertel, meine Gegend,
Meine Strasse, mein zu Hause, mein Block,
Meine Gedanken, mein Herz, mein Leben, meine Welt
Reicht vom ersten bis zum sechzehnten Stock.

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Bei den Beiden

Bei Den Beiden

Ich bin dabei und trotte den Beiden hinterher,
Mit einem treuen Hund hinter meinen Augen.
Es fällt der Schnee, der Pflug räumt die Straße menschenleer.
Die Körper, die zum Lieben vielleicht taugen.

Ich bin dabei und versuch´ mich an den Film zu gewöhnen.
Die Offenheit der Welt entgegen schleudern.
Doch es sind nur hohle Phrasen, die aus Kinoboxen dröhnen.
Es könnte, doch es will nicht mehr bedeuten.

Ich bin dabei – bei den Beiden.

Ich bin dabei – der DJ ist zu dünn für diese Halle,
Und trotzdem wiegen wir im Takt die Körper uns entgegen.
Nur selten bekommt er ein Gefühl für Alle.
Er könnte, doch er will nichts mehr bewegen.

Ich bin dabei – bei den Beiden.

Ich bin dabei – entscheide nicht und trotzdem mittendrin.
Die Beiden sind des Feierns überdrüssig.
Ich bin dabei mich zu ertappen, daß ich heut´ nicht bei mir bin,
Das macht den ganzen Abend jetzt erst richtig schlüssig.

Ich bin dabei – bei den Beiden.
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Klub Krise

Klub Krise

Wir haben´s immer schon gewußt,
Mußten uns vor der Wahrheit verstecken,
Unsere Augen mit dem Glauben an Profit bedecken,
Sahen das Unglück schon von weitem nahen,
Wollten daß alles bleibt wie immer
Und haben Nichts getan.
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Asche zu Asche

Asche Zu Asche

Asche zu Asche und Staub zu Staub
Asche zu Asche und Staub zu Staub
Laut zu Laut und Taub zu Taub
Um zu hören, was ich glaub´.

Sonne am Kopf und Meeresstrand,
Felsen die nach oben führen – gib mir Deine Hand.
Dieses Land ist voll von dem was ein Urlaub braucht,
Und unbequem, wenn die Wildkatze faucht.
Statt zu fahren lauf ich lieber weiter,
Statt zu laufen renn´ ich besser.
Seit der Regen mir das T-Shirt auf die Brust klebt,
Spür ich wie mein Herz vor lauter Frust bebt.

Seitdem ich an Dich bei Dir denken kann,
Weiß ich, Du raubst mir den Verstand (dand dand).
Und in der Zeit wenn wir uns wieder sehen,
Nimmt mich der Wahnsinn bei der Hand (and and).
Weil jedes mal wenn unsere Welt zusammenbricht,
Und ich am Boden bin, erhebst Du Dich
Wie ein Phönix –

Aus der Asche zu Asche und Staub zu Staub
Asche zu Asche und Staub zu Staub
Laut zu Laut und Taub zu Taub
Um nicht zu hören was ich glaub´.

Blätter von Bäumen, unsere Schuhe dazwischen.
Ich kann Erinnerungen auch einmal beiseite wischen.
Doch ein bisschen weniger von diesen Bäumen
Und ich beginne von der Großstadt und ihren Lichtern zu träumen.
Vergiss die Tür nicht zu schließen, wenn du gehst.
Im Notfall weißt Du wo der Schlüssel liegt.
Ich weiß genau, daß Du den Kopf noch einmal drehst.
Du hast die Neugierde noch lange nicht besiegt.

Asche Asche Asche Asche über mein Haupt,
Bis ich seh´ was ich bin,
Bis ich bin was ich kenn´,
Bis ich kenn´ was ich weiß,
Bis ich weiß was ich glaub´.

Asche zu Asche – über mein Haupt.
Asche zu Asche – zu Staub.
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Alles ist verbunden

Alles Ist Verbunden

Alles ist verbunden,
Und dieser Bund heilt meine Wunden.
Wenn wir hier unten von oben betrachtet eins sind,
Dann ist dies mein Denken Deins.

Es steht euch auf die Stirn geschrieben:
Ihr wollt euch lieben.
Doch euer Brett vorm Kopf verdeckt die Schrift,
So daß mein Blick auf lauter Holzköpfe trifft.
Doch Holzkopfkampf hin oder her,
Es ist nur fair,
Wenn Du mir zeigst, was hinter Deinen Brettern steckt
Und so ein Teil von mir sich selbst in Dir entdeckt.

Denn alles ist verbunden,
Und dieser Bund heilt meine Wunden.
Wenn wir hier unten von oben betrachtet eins sind,
Dann ist dies mein Denken Deins.

Ein Raum in dem sich alles wie von selbst verlinkt,
Die linkeste der Ecken schon nach rechts außen schmeckt,
Die Decke mit dem Boden sich magnetisch arrangiert
Und die Fenster mit der Türe flirten.
Dort ist ein Molekül der Zuneigung nicht abgeneigt,
Wer im Raum sitzt und zuhört, schaut und schweigt,
Der kann das sehen, der kann das spüren, der kann das hören.
Schhhh – Jetzt nur nicht stören.

Denn alles ist verbunden,
Und dieser Bund heilt meine Wunden.
Wenn wir hier unten von oben betrachtet eins sind,
Dann ist dies mein Denken Deins.

Mit Deiner Ruhe in der Stimme,
Mit Deiner Freude in den Augen,
Mit beiden Beinen auf dem Boden,
Mit allen Wassern gewaschen.
Mit dem Kopf in den Wolken
Und mit dem Feuer im Bauch,
So entspringst du dem All
Ich auch.

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Her damit

Her Damit

Weg damit, weg damit.
Mach Dir klar, was Du willst und wir sind quitt.

Ich hab´ genug vom Warten,
Ich werd´ ein Rennen starten.
Ich hab´ genug vom Stehen,
Ich werd nach vorne gehen.
Ich hab´ genug vom Jammern,
Genug vom Gestern-Klammern.
Ich hab´ genug vom Reden.
Habt ihr das auch? – Auf Jeden.

Lass Dich nicht aussaugen auszuzeln, ausschlürfen,
Lass Dich nicht auflaufen, aufbringen, aufschürfen,
Lass Dich nicht einsacken, einrennen, einnehmen,
Lass Dich nicht überreden, überrumpeln, übergehen.

Weg – mit den starren Korsetten und faulen Ausreden,
Weg – mit den generationenalten Stammesfehden,
Weg – mit dem Misstrauen, Missmut, Missgunst,
Weg damit, weg damit, alles Rauch und Dunst.

Weg damit, weg damit.
Mach Dir klar, was Du willst und wir sind quitt.

Ich brauch´ ein Haus im Grünen,
Ich brauch´ einen Platz zum Üben,
Ich brauch´ mehr Atemluft,
Ich brauch´ einen Beat der groovt.
Ich brauch´ die Nacht mit Dir,
Ich brauch´ die Sonne im Hier
Und Jetzt brauch´. ich mehr davon
Mehr davon, mehr davon, mehr davon, mehr davon – mehr!

Her damit, her damit.
Gib mir mehr davon und wir sind quitt.

Her – mit den Freunden, mit den Frauen, mit dem Frieden.
Her – mit dem Sommer, Lagerfeuern und Liedern.
Her – mit den grossen Visionen und neuen Plänen.
Her – mit den schönen Momenten und Freudentränen.

Kein Neid, kein Zwist keine Heuchelei.
Kein Aberglaube und keine Klüngelei.
Keine fatalistische Religion.
Liebe – Mehr davon!

Her damit, her damit.
Gib mir mehr davon und wir sind quitt.

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Halb so schlimm

Halb so schlimm

Apokalyptische Zukunftsvisionen
Mit kryptischen Texten aus Meskalintrips.
Goldene Zeiten für Werbefachfischer
Reden ist Silber Schweigen ist out.
Gruppendynamische Ausgrenzungssprüche.
Unterarmbrüche vom Pazifist.
Fenstertrapezkunstlauf – Rauf auf den Drahtseilakt.
Endzeitlosziehung für Startup and Downs.

Ich seh´ sie vor mir – und sie wird lächeln.
Die ganze Bosheit dieser Welt.
Die ganze Bosheit dieser Welt.
Doch ich lass mich nicht von ihr brechen.
Die ganze Bosheit dieser Welt
Die ganze Bosheit dieser Welt

Endlich verständliche Zukunftsszenarien.
Menschenaquarien mikrofichiert.
Lustfreie Fiktion ohne Gewissensbiss.
Misswahl mit Unisex Experiment.
Schosshund des Teufels in reizenden Posen.
Rosen für Freunde mit Dornen bestückt.
Glücksritter scheitern am Windräder-Riesenfeind.
Wem das normal erscheint, gilt als verrückt.

Ich seh´ sie vor mir – und sie wird lächeln.
Die ganze Bosheit dieser Welt.
Die ganze Bosheit dieser Welt.
Doch ich lass mich nicht von ihr brechen.
Die ganze Bosheit dieser Welt
Die ganze Bosheit dieser Welt

Gib mir ein Lächeln, ich geb´ Dir mein Lachen.
Gib mir ein Glucksen, ich geb´ Dir mein Glück.
Gib mir ein Schmunzeln, ich geb´ Dir mein Schmatzen.
Was immer Du gibst kommt zu Dir zurück.

Ich seh´ sie vor mir – und sie wird lächeln.
Die ganze Bosheit dieser Welt.
Die ganze Bosheit dieser Welt.
Doch ich lass mich nicht von ihr brechen.
Weil die Liebe mich hier hält.
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Gross und Leer

Groß Und Leer

Langsam wird es Zeit, den ruhigsten Tag meines Lebens zu beginnen.
Die Stunden sollen aufhören sich selbst zu zählen
Und wie ein Sommerregen sollen sie verrinnen.

Langsam wird es Zeit, den ruhigsten Tag meines Lebens einzuläuten.
Ich will wie ein Pirat durch die Wolken segeln
Und einen Platz an der Sonne erbeuten.

Mir steht der Sinn
Nach nichts zumute,
Damit ich bin, was ich gern wär´.
Ein Atemzug, ein Innehalten
Und ein Gedanke
– Groß und Leer.

Langsam wird es Zeit, den ruhigsten Tag meines Lebens anzufangen.
In meiner Hängematte liegen,
Mit einem Windhauch um meine Wangen.

Langsam wird es Zeit, den ruhigsten Tag meines Lebens auszurufen.
Ich möchte friedlich wie die Welt sein,
Bevor die Menschen die Götter schufen.

Mir steht der Sinn
Nach nichts zumute,
Damit ich bin, was ich gern wär´.
Ein Atemzug, ein Innehalten
Und ein Gedanke
– Groß und Leer.

Die lauten Stimmen sollen schweigen,
Die Motoren sollen verstummen.
Kein Handy soll mehr klingeln
Und die Mücken sollen nicht mehr summen.
Die Krieger sollen sich lieben,
Und der Unsinn soll sich besinnen.
Denn langsam wird es Zeit,
Den ruhigsten Tag meines Lebens zu beginnen.

Mir steht der Sinn
Nach nichts zumute,
Damit ich bin, was ich gern wär´.
Ein Atemzug, ein Innehalten
Und ein Gedanke
– Groß und Leer.
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Es gibt kein zurück

Es Gibt Kein Zurück

Elektropunkhop Bombe Kracht
HipHop Gangster im Verdacht
Rock´n´Roll in Lederhosen
Discofunk aus Einwegdosen
Drum&Bass im Autorennen
Goa-Trance und nie mehr pennen
Minimal im Audimax
Grindcore nur mit Ohropax
Indie-Rocker Firlefanz
Volksmusik mit Pogotanz
– Speedmetal Zappelkasper
Jede Band fällt in dein Raster.

Von Vielen Stilen so Viele –
Von Vielen Stilen zu Viele –
Von Vielen Stilen so Viele,
Doch so wenig „von Wegen“,
Es gibt den Kopf um die Ärsche zu bewegen.
Doch eines gibt es glücklicherweise nicht,
Eines gibt es glücklicherweise nicht:

Es gibt kein Zurück!

Darkwave in der weißen Weste
Liedermacher gegen Gäste
Kirchenlied auf schwarzer Messe
Whitemetal rückwärts: Latemetihw
Retro-Techno was für morgen
Dub – jetzt erst mal Gras besorgen
Reggae Dancehall Richkid-Rocker
Soloprojekt Myspace Blogger
Impro-Session Ponchopower
Dubstep-Hymne Gassenhauer
R&B für Rotz und Wasser
Den Protestsong für Big Brother.

So viele Stile, doch so wenig „von Wegen“.
Wollt ihr nach vorn gehen, um etwas zu bewegen,
Dann gibt es kein Zurück!

Es gibt kein Zurück!