Details

T:K – Theater in Kempten

  • Location
    Die Jüdin und der Kardinal - Uraufführung
  • Datum
    26.10.21
  • Zeit
    20:00
  • Link

DIE JÜDIN UND DER KARDINAL

Theaterstück von Leo Hiemer | Uraufführung

T:K-Eigenproduktion

Inszenierung: Silvia Armbruster
Bühnen- & Kostümbild:
Michael S.Kraus
Choreografie: Anna Vita

Es spielen: Ernst Konarek, Corinne Steudler, Rainer von Vielen, Michael Schönmetzer
In weiteren Rollen: Sandra Schmidbauer, Erasmus Gerlach

URAUFFÜHRUNG

Ab 26.10.2021

28,00 € | Karten im Webshop

DIE JÜDIN UND DER KARDINAL

Februar 1935. Die Jüdin Lotte Eckart aus Augsburg wird bei Kardinal Faulhaber in München vorstellig: Sie will getauft werden. Der Kirchenmann nimmt sich der jungen Frau väterlich an, empfiehlt sie zur Taufe und firmt sie. Auch Lottes uneheliche Tochter Gabi wird gleich nach der Geburt getauft. Dennoch werden Mutter und Kind von den Nationalsozialisten weiterhin als Juden geführt. Faulhaber unterstützt deshalb Lottes Versuche mit ihrem Kind nach Amerika auszuwandern. Doch die Sache gestaltet sich schwierig und der Kampf um die Rettung der getauften Jüdin und ihres unehelichen Kindes wird immer mehr zum Drama.

In seinen Tagebüchern notiert Kardinal Faulhaber vierzehn Begegnungen mit Lotte. Ausgehend von diesem authentischen Material macht Leo Hiemer in der Begegnung von zwei Menschen, die unterschiedlicher kaum sein könnten, auch den fragwürdigen Balanceakt der Kirche zwischen Verteidigung des Glaubens und Loyalität zum Regime greifbar.

Nach dem Film „Leni …muss fort“, dem Buch „Gabi. Geboren im Allgäu. Ermordet in Auschwitz“, und der Ausstellung „Geliebte Gabi“ setzt sich der Filmemacher Leo Hiemer ein weiteres Mal mit dem Schicksal von Gabriele Schwarz auseinander. Zum ersten Mal widmet er sich nun der Geschichte ihrer Mutter Lotte Eckart und ihrer verzweifelten Versuche, sich und ihr Kind vor den Nationalsozialisten zu retten – mit Hilfe keines Geringeren als Kardinal Faulhaber.

Die Regisseurin Silvia Armbruster stellt diesen historischen Kontext in ein heutig mediales Umfeld und schafft so durch die Betonung der zeitlichen Distanz eine ungeheuer verdichtende emotionale Nähe. Der historische Stoff wird hier und heute verhandelt und geht uns alle etwas an.