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Der Besuch der alten Dame

Der Besuch der alten Dame

Schauspiel von Friedrich Dürrenmatt

Und wieder Dürrenmatts «Der Besuch der alten Dame» auf einem Theaterspielplan. Genau 61 Jahre nach seiner Erstaufführung und nach vermutlich 1000 Inszenierungen und unzähligen Vorstellungen. Und jetzt noch dazu wieder in der Schweiz, im reichsten Land der Welt (Global Wealth Report, 2014). Keine noch so kleine Gemeinde hier darbt, stattdessen fliesst die Einkommenssteuer mancherorts in Strömen. Der Kapitalismus hat die westliche Welt im Griff, jeder ist käuflich, wozu Theater darüber verschwenden? Dürrenmatt selbst schrieb am Ende seiner Theaterkarriere: «Das real existierende Welttheater hat mit seinen Paradoxien meine Bühnenwelt weit überholt.» Doch heute, knapp 25 Jahre nach Dürrenmatts «Abschied vom Theater», scheint es gerade sein Welttheater zu sein, das uns durch seine Verdichtung die Möglichkeit bietet, die Wirklichkeit überhaupt in Worte zu fassen. Die Geschichte der Claire Zachanassian, des Alfred Ill und aller Güllener ist unsere Geschichte, uns alle «machte die Welt zu einer Hure». Die Ungeheuerlichkeit der alten Dame ist ein Stellvertreter für die Ungeheuerlichkeit einer Welt, die uns so oft verstummen lässt.

Der Regisseur Florian Fiedler entwirft, gemeinsam mit seinem Team  und der Allgäuer Bastardpop-Band Rainer von Vielen eine theatrale Versuchsanordnung aus der Perspektive der alten Dame.

 

 

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